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Stammzellentherapie

Stammzellentherapie: Chancen, Ablauf und Grenzen bei Arthrose

Schnellüberblick: Was Sie über Stammzellentherapie wissen müssen

Gelenkschmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und der Wunsch, eine Operation hinauszuzögern, das sind die häufigsten Gründe, warum Patienten mit Arthrose nach Alternativen zur klassischen Endoprothese suchen. Die Stammzellentherapie hat sich in den letzten Jahren als vielversprechende, minimal-invasive Behandlungsform etabliert, die körpereigene Regenerationsprozesse nutzt. Die Therapie hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und zeigt vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf Sicherheit und Wirksamkeit. Doch was können Sie realistisch erwarten? Diese Informationsseite gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über Chancen, Ablauf und Grenzen dieser modernen Therapie.

Was Sie auf dieser Informationsseite erfahren:

  • Die Stammzellentherapie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem körpereigene Stammzellen direkt in das abgenutzte Gelenk gespritzt werden, um dort Regenerationsprozesse zu unterstützen
  • Hauptanwendungsgebiete sind Kniearthrose, Hüftarthrose sowie Arthrose an Schulter und Sprunggelenken
  • In der Orthopädie werden vor allem autologe Stammzellen aus Fettgewebe, Knochenmark oder Blut verwendet
  • Der aktuelle Forschungsstand zeigt vielversprechende Ergebnisse bei Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung, eine vollständige Heilung ist jedoch nicht zu erwarten
  • Die Therapie unterscheidet sich grundlegend von klassischen Operationen wie Knieprothesen sowie von der PRP-Therapie, die keine eigentliche Stammzellentherapie darstellt
  • Die Stammzellentherapie kann das Risiko von großen Operationen verringern und die Lebensqualität von Arthrose-Patienten verbessern
  • Kosten werden in Österreich meist nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen
  • Die Behandlung wird in Wien in verschiedenen Kliniken angeboten, aber auch im Burgenland im Orthopädischen Gesundheitszentrum Eisenstadt & Frauenkirchen
  • Der Inhalt dieses Artikels dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Bei Verdacht auf Arthrose wenden Sie sich an Orthopäden oder spezialisierte Schmerzambulanzen

Was sind Stammzellen und wie funktionieren sie?

Stammzellen sind die Grundbausteine unseres Körpers und spielen eine zentrale Rolle bei Regeneration und Heilung. Anders als spezialisierte Zellen besitzen sie die einzigartige Fähigkeit, sich nahezu unbegrenzt zu teilen und sich in verschiedene Gewebetypen zu entwickeln.

Wesentliche Eigenschaften von Stammzellen:

  • Definition: Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, die sich sowohl selbst erneuern als auch zu spezialisierten Zelltypen wie Knorpel, Knochen, Muskeln oder Bindegewebe ausdifferenzieren können
  • Adulte vs. embryonale Stammzellen: In der österreichischen Orthopädie werden ausschließlich adulte, körpereigene Stammzellen eingesetzt. Embryonale Stammzellen kommen aufgrund ethischer und rechtlicher Rahmenbedingungen nicht zum Einsatz
  • Herkunftsorte: Die wichtigsten Quellen für mesenchymale Stammzellen sind das Knochenmark (meist aus dem Beckenkamm), Unterhautfettgewebe (Bauch oder Oberschenkel) und zunehmend auch das Blut
  • Biologische Effekte: Stammzellen setzen Wachstumsfaktoren frei, hemmen Entzündungen im Gelenk und unterstützen die Regeneration von Knorpelgewebe und anderen Strukturen
  • Mesenchymale Stammzellen (MSCs): Diese adulten Stammzellen zeigen eine relativ hohe Teilungsrate und eignen sich besonders für degenerative Erkrankungen von Knochen, Gelenken, Sehnen und Knorpel

Was ist eine Stammzellentherapie bei Gelenkarthrose?

Die Stammzelltherapie bei Arthrose ist eine minimal-invasive Behandlung, die meist ambulant durchgeführt wird. Sie richtet sich an Patienten mit Gelenkverschleiß, die konservative Therapien bereits ausgeschöpft haben, aber eine Operation noch vermeiden möchten. Das Ziel ist die Nutzung körpereigener Ressourcen zur Unterstützung der Gelenkfunktion.

Kernmerkmale der Behandlung:

  • Grundprinzip der Behandlung: Entnahme der Stammzellen aus körpereigenem Gewebe, Aufbereitung in einem spezialisierten Bereich unter sterilen Bedingungen, anschließende direkte Injektion in das betroffene Gelenk
  • Typische Anwendungsbereiche: Kniearthrose, Hüftarthrose, Arthrose an Schulter und Sprunggelenken sowie teils Hand- und Fingergelenke. Besonders geeignet bei früher bis mittelgradiger Arthrose (etwa Kellgren-Lawrence Stadium II–III)
  • Zielsetzung: Schmerzlinderung, Verbesserung oder Erhalt der Beweglichkeit im Alltag, Verzögerung einer Endoprothese wie künstlichem Kniegelenk oder Hüft-TEP
  • Ambulante Durchführung: Patienten können nach der Behandlung am selben Tag nach Hause gehen. Eine stationäre Aufnahme ist in der Regel nicht erforderlich
  • Behandlungsverlauf: Die Behandlung kann je nach individuellem Fall mehrere Sitzungen erfordern, um den vollen Regenerationseffekt zu erzielen
  • Abgrenzung zu anderen Injektionen: Hyaluronsäure und Kortison-Injektionen wirken primär symptomatisch und entzündungshemmend, während die Stammzellentherapie einen regenerativen Ansatz verfolgt mit potenziell längerfristiger Wirkung
  • Kostenübernahme: Die gesetzliche Krankenversicherung in Österreich übernimmt die Stammzellentherapie bei Arthrose in der Regel nicht. Sie gilt als Wahlleistung und muss privat finanziert werden

Arten der Stammzellentherapie bei Gelenkerkrankungen

Patienten begegnen oft verschiedenen Begriffen und Verfahren, die leicht verwechselt werden können. Hier eine Übersicht der wichtigsten Methoden:

Stammzellen aus Fettgewebe:

Bei diesem Verfahren werden Fettzellen durch eine kleine Fettabsaugung am Bauch oder Oberschenkel gewonnen. Das Eigenfett enthält eine hohe Konzentration an mesenchymalen Stammzellen und wird häufig in der Orthopädie eingesetzt. Verfahren wie Lipogems nutzen diese Methode als Point-of-Care-Anwendung. Die Stammzellen werden häufig aus dem Fettgewebe des Patienten gewonnen, da diese Quelle besonders reich an regenerativen Zellen ist.

Stammzellen aus dem Knochenmark:

Die Entnahme erfolgt meist aus dem Beckenknochen (Spina iliaca) unter lokaler Betäubung. Dieses Verfahren ist etwas aufwendiger, aber traditionell gut erforscht und hat eine lange Geschichte in der regenerativen Medizin. Das Knochenmark des Patienten stellt eine weitere verlässliche Quelle für hochwertige Stammzellen dar.

Stammzellen aus dem Blut:

Die Entnahme aus dem Blut stellt sich als sehr vielversprechend dar und kommt gut bei den Patienten an. Im Vergleich zur Entnahme aus Fettgewebe oder Knochenmark ist dieses Verfahren besonders schonend und erfordert nur eine einfache Blutabnahme. Spezielle Aufbereitungsverfahren reichern die Stammzellen aus dem Blut an und machen sie für die therapeutische Anwendung nutzbar.

Abgrenzung PRP-Therapie:

Thrombozytenreiches Plasma (PRP) unterstützt die körpereigene Regeneration durch Wachstumsfaktoren, enthält jedoch keine zusätzlichen Stammzellen und ist daher streng genommen keine Stammzellentherapie.

Stammzellentherapie bei Arthrose: Wirkung und Grenzen

Arthrose entsteht durch fortschreitenden Knorpelverschleiß im Gelenk. Der Verlust der schützenden Knorpelschicht führt zu Entzündungen, Schmerzen und Steifigkeit, besonders bei Belastung und morgens nach dem Aufstehen. Die Stammzellentherapie setzt an mehreren Punkten dieses Prozesses an.

Wirkmechanismen im Gelenk:

  • Hemmung von Entzündungen durch immunmodulierende Eigenschaften der Stammzellen
  • Potenzielle Unterstützung der Knorpelregeneration durch körpereigene Zellen, die direkt in das abgenutzte Gelenk gespritzt werden
  • Verbesserung der Qualität der Gelenkflüssigkeit
  • Schutz verbliebener Knorpelstrukturen

Typische Beschwerden mit Besserungspotenzial:

  • Belastungsschmerz im Knie
  • Anlaufschmerz in der Hüfte
  • Schwellneigung und eingeschränkte Beweglichkeit im Alltag

Aktueller Studienstand:

Kleinere und mittlere Studien zeigen positive Wirkungen vor allem bei Kniearthrose, mit Verbesserungen in Schmerzskalen (VAS) und Funktionsscores (WOMAC). Die Stammzellentherapie kann die Lebensqualität von Arthrose-Patienten verbessern und ihnen helfen, ihren Alltag aktiver zu gestalten. Langzeitdaten über viele Jahre sind jedoch noch begrenzt.

Ehrliche Einschätzung der Grenzen:

Bei fortgeschrittener Arthrose mit stark zerstörtem Gelenk im Endstadium ist der Nutzen deutlich geringer. Operative Maßnahmen wie eine Endoprothese bleiben dort oft die bessere Option.

Wie wirksam ist die Stammzellentherapie wirklich?

Die Wirksamkeit der Stammzellentherapie hängt von mehreren individuellen Faktoren ab. Alter des Patienten, Grad der Arthrose, Begleiterkrankungen, Körpergewicht und Aktivitätsniveau spielen alle eine Rolle.

Forschungsergebnisse und Praxiserfahrung:

Systematische Übersichten und klinische Studien zeigen vor allem bei Kniearthrose mit mildem bis moderatem Verschleiß Verbesserungen über einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten. Der Therapieeffekt setzt oft nicht sofort ein. Erste Veränderungen zeigen sich nach einigen Wochen, das Maximum wird typischerweise nach 3 bis 6 Monaten erreicht.

Ganzheitlicher Behandlungsansatz:

Die Therapie wird derzeit als Ergänzung zu einem ganzheitlichen Arthrose-Management gesehen, nicht als alleinige Maßnahme. Gewichtsreduktion, Bewegungstherapie und gezielter Muskelaufbau bleiben essenzielle Bestandteile.

Realistische Erwartung:

Spürbare Schmerzlinderung und verbesserte Funktion sind möglich, eine vollständige Heilung des Knorpelschadens jedoch nicht. Die Stammzellentherapie kann das Risiko von großen Operationen verringern und den Zeitpunkt einer möglichen Endoprothese hinauszögern.

Risiken, Nebenwirkungen und Sicherheit

Da es sich um eine autologe Therapie mit körpereigenen Zellen handelt, sind die Risiken deutlich geringer als bei Behandlungen mit Spender-Material oder Medikamenten.

Reduziertes Risiko:

Abstoßungsreaktionen oder schwere Immunreaktionen sind bei autologen Stammzellen nahezu ausgeschlossen.

Typische kurzfristige Nebenwirkungen:

  • Schmerzen und Schwellung an Entnahme- oder Injektionsstelle
  • Kurzzeitige Rötung
  • Hämatome

Allgemeine Risiken:

Allgemeine Risiken der Stammzelltherapie umfassen Infektionen, Blutungen und Schmerzen an der Injektionsstelle. Diese Komplikationen sind jedoch bei Einhaltung strenger Hygienestandards selten.

Seltene Komplikationen:

Infektionen können bei jedem Eingriff auftreten, sind aber bei Einhaltung strenger Hygienestandards sehr selten.

Qualitätssicherung:

Achten Sie auf Zertifizierungen und Registrierungen der durchführenden Einrichtungen in Österreich. Eine sorgfältige Aufklärung vor der Behandlung ist unerlässlich.

Sicherheitsprofil:

Schwere Komplikationen sind laut bisheriger Studienlage selten, dennoch sollte jeder Patient individuell über mögliche Risiken informiert werden.

Ablauf einer Stammzellentherapie Schritt für Schritt

Der genaue Ablauf kann je nach Zentrum und gewählter Methode variieren. Es gibt jedoch standardisierte Phasen, die bei den meisten Behandlungen gleich sind.

Voruntersuchung:

Orthopädische Untersuchung mit ausführlicher Anamnese, Röntgen und gegebenenfalls MRT zur Bewertung des Arthrosegrades. Ausschluss von Kontraindikationen wie akute Infektionen, bestimmte Blut- oder Krebserkrankungen.

Planung der Therapie:

Entscheidung über die Entnahmequelle (Fettgewebe, Knochenmark oder Blut) gemeinsam mit dem Spezialisten. Ausführliches Aufklärungsgespräch, Einholen der schriftlichen Einwilligung, gegebenenfalls Anpassung von Medikamenten wie Blutverdünnern.

Entnahmetag:

Ambulante Durchführung unter lokaler Betäubung oder leichter Sedierung. Die Entnahme dauert meist 30 bis 60 Minuten unter sterilen Bedingungen. Patienten können nach der Behandlung am selben Tag nach Hause gehen.

Aufbereitung der Stammzellen:

Das entnommene Material wird in einem geschlossenen System zentrifugiert, gefiltert oder anderweitig konzentriert. Es werden keine körperfremden Substanzen hinzugefügt.

Injektion ins Gelenk:

Ultraschall- oder röntgengesteuerte Injektion der körpereigenen Zellen direkt in den betroffenen Gelenkraum. Der Eingriff selbst ist kurz, danach folgt eine Beobachtungsphase von etwa 30 bis 60 Minuten.

Nachsorge:

Schonung des Gelenks für etwa 1 bis 2 Wochen, gradueller Belastungsaufbau, begleitende Physiotherapie. Kontrolltermine zur Bewertung von Schmerz, Funktion und Beweglichkeit.

Was Patienten vor und nach der Behandlung beachten sollten

Vor dem Eingriff:

  • Laboruntersuchungen nach ärztlicher Anweisung durchführen lassen
  • Blutverdünner und entzündungshemmende Medikamente nach Rücksprache mit dem Facharzt anpassen
  • Rauchstopp empfohlen, da Rauchen den Heilungsprozess negativ beeinflusst

Unmittelbar nach dem Eingriff:

  • Gelenk kühlen und hochlagern
  • Starke Belastungen und Sport in den ersten Tagen vermeiden
  • Eine Begleitperson für den Heimweg einplanen

In den ersten 2 bis 6 Wochen:

  • Langsamer Belastungsaufbau nach ärztlichem Plan
  • Gezielte Übungen zur Muskelkräftigung und Mobilisation in Rücksprache mit der Physiotherapie
  • Gewichtskontrolle zur Entlastung des Gelenks

Wann Sie sofort zum Arzt sollten:

  • Anhaltende starke Schmerzen, die nicht nachlassen
  • Fieber über 38 Grad
  • Deutliche Rötung oder Überwärmung des behandelten Gelenks

Für wen ist eine Stammzellentherapie geeignet, und für wen nicht?

Die typischen Interessenten für eine Stammzellentherapie sind sportlich aktive Personen zwischen 40 und 70 Jahren mit Arthrose an Knie, Hüfte oder Schulter, die eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten.

Eher geeignet:

  • Patienten mit leichter bis mittelgradiger Arthrose
  • Anhaltende Schmerzen trotz konservativer Therapie wie Physiotherapie, Gewichtsreduktion, Schmerzmedikation oder Hyaluronsäure
  • Wunsch, eine Endoprothese hinauszuzögern
  • Motivierte Patienten, die bereit sind, aktiv an Rehabilitation und Lebensstiländerung mitzuarbeiten

Eher ungeeignet oder eingeschränkt:

  • Schwere, fortgeschrittene Arthrose mit deutlicher Gelenkzerstörung oder Fehlstellung
  • Aktive Infektionen im Körper
  • Bestimmte Krebs- und Bluterkrankungen
  • Unkontrollierte Autoimmunerkrankungen
  • Ältere Patienten über 75 Jahre oder Patienten mit starkem Übergewicht. Hier kann die Wirkung eingeschränkt sein und eine individuelle ärztliche Abwägung ist erforderlich

Die Entscheidung für oder gegen eine Stammzellentherapie sollte immer gemeinsam von Patient und behandelndem Arzt nach Abwägung von Nutzen, Risiken, Kosten und Alternativen getroffen werden.

Stammzellentherapie im Vergleich zu anderen Arthrose-Behandlungen

Patienten mit Arthrose haben verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung:

Konservative Standardtherapien:

  • Physiotherapie und Bewegungstherapie
  • Orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen und Bandagen
  • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente
  • Hyaluronsäure-Injektionen
  • Kortison-Injektionen

Operative Verfahren:

  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
  • Endoprothese (künstliches Gelenk)

Biologische/regenerative Verfahren:

  • Stammzellentherapie
  • PRP-Therapie
  • Knorpeltransplantation

Vorteile der Stammzellentherapie:

  • Verwendung körpereigener Zellen ohne Risiko von Abstoßungsreaktionen
  • Potenziell längerfristige Wirkung als reine Symptombehandlung
  • Minimal-invasiver Eingriff
  • Meist ambulant durchführbar
  • Kann das Risiko von großen Operationen verringern

Nachteile und Grenzen:

  • Kosten müssen in der Regel selbst getragen werden
  • Begrenzte Kostenerstattung durch Versicherungen
  • Noch begrenzte Langzeitdaten verfügbar
  • Nicht für alle Arthrosestadien geeignet

Operative Knorpelersatz-Verfahren: Die Stufe vor der Endoprothese

Wenn konservative Maßnahmen und die Stammzellentherapie nicht mehr ausreichen, das Gelenk aber noch nicht vollständig zerstört ist, gibt es weitere biologische Behandlungsoptionen. Diese operativen Verfahren zum Knorpelersatz sind die letzte Stufe vor dem künstlichen Gelenkersatz und können bei geeigneten Patienten eine Totalendoprothese noch hinauszögern oder sogar vermeiden.

Drei moderne Verfahren von der Firma Haemo Pharma:

Spherox (matrixgekoppelte autologe Chondrozytentransplantation):

Dieses Verfahren nutzt körpereigene Knorpelzellen des Patienten, die in einem zweistufigen Verfahren gewonnen und kultiviert werden. Die gezüchteten Chondrozyten werden dann in den Knorpeldefekt eingebracht, wo sie neues Knorpelgewebe bilden können. Spherox eignet sich besonders für klar umschriebene Knorpeldefekte mittlerer Größe.

Hyalofast (Hyaluronsäure-basiertes Trägermaterial):

Hyalofast ist eine dreidimensionale Matrix aus Hyaluronsäure, die mit körpereigenen Knorpelzellen besiedelt wird. Das Trägermaterial wird in den Defekt eingebracht und fördert dort die Bildung von neuem Knorpelgewebe. Dieses Verfahren eignet sich für verschiedene Defektgrößen und kann auch bei größeren Schäden eingesetzt werden.

NanoFX (mikrostrukturiertes Kollagen-Scaffold):

NanoFX nutzt eine spezielle Kollagenstruktur als Gerüst für die Knorpelregeneration. Die Nano-Architektur des Materials ahmt die natürliche Knorpelstruktur nach und fördert so die Einwanderung und Differenzierung von körpereigenen Zellen. Dieses Verfahren eignet sich besonders für mittelgroße bis große Knorpeldefekte.

Wichtige Hinweise zur Anwendung:

Die Wahl des passenden Verfahrens richtet sich nach der Defektgröße, der Lokalisation des Schadens, dem Alter des Patienten und weiteren individuellen Faktoren. Am Ende entscheidet immer der Arzt nach ausführlicher Diagnostik, ob die Operation oder die Indikation für eine dieser Therapiemethoden gestellt werden kann. Die Verfahren sind verfügbar und können bei geeigneten Patienten durchgeführt werden.

Wann kommen diese Verfahren infrage?

Diese operativen Knorpelersatz-Methoden sind eine Option, wenn die Stammzellentherapie nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat oder wenn der Knorpelschaden bereits zu fortgeschritten ist. Sie bleiben jedoch eine natürliche Alternative, die keinen kompletten Gelenkersatz erfordert. Der Gelenkersatz durch eine Totalendoprothese ist und bleibt die Ultima Ratio, also die letzte therapeutische Option bei komplett zerstörten Gelenken.

Der Stufenplan bei Arthrose:

  1. Konservative Therapie (Physiotherapie, Medikamente, Injektionen)
  2. Stammzellentherapie bei früher bis mittlerer Arthrose
  3. Operative Knorpelersatz-Verfahren (Spherox, Hyalofast, NanoFX) bei umschriebenen Defekten
  4. Totalendoprothese als Ultima Ratio bei vollständiger Gelenkzerstörung

Dieser abgestufte Behandlungsansatz ermöglicht es, für jeden Patienten die passende Therapie zu finden und den natürlichen Gelenkerhalt so lange wie möglich zu fördern.

Kosten, rechtlicher Rahmen und seriöse Anbieter erkennen

Die Stammzellentherapie gilt in Österreich als moderne Therapieform, die in der Regel privat finanziert werden muss.

Kostenrahmen:

Die Kosten für eine Stammzellentherapie variieren je nach gewählter Therapieform und liegen typischerweise zwischen 900 und 2.500 Euro pro Gelenk und Behandlung. Die Entnahme der Stammzellen kann entweder aus dem Knochenmark oder dem Blut erfolgen, was meist kostengünstiger ist. Die Gewinnung der Stammzellen aus dem Beckenknochen ist aufwendiger, etwas teurer und wird in der Regel nach individueller Vereinbarung durchgeführt.

In unserem Zentrum besteht zudem die Möglichkeit, mehrere Gelenke gleichzeitig zu behandeln. Dabei bleibt der Preis unverändert, es entstehen keine zusätzlichen Kosten für weitere Gelenke.

Situation in Österreich:

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Stammzellentherapie bei Arthrose derzeit in der Regel nicht. Private Zusatzversicherungen können in Einzelfällen Teile erstatten. Klären Sie dies vorab mit Ihrer Krankenversicherung.

Verfügbarkeit in Österreich:

Die Stammzellentherapie wird in Wien in verschiedenen Kliniken angeboten. Auch im Burgenland können Patienten diese moderne Behandlung in Anspruch nehmen, etwa im Orthopädischen Gesundheitszentrum Eisenstadt & Frauenkirchen.

Rechtliche Aspekte:

Seriöse Anbieter verfügen über entsprechende Zulassungen und unterliegen Qualitätskontrollen. Bei Fragen können zuständige Behörden wie die AGES oder medizinische Standesvertretungen Orientierung bieten.

Checkliste für seriöse Anbieter:

  • Transparente Aufklärung über Ablauf, Erfolgswahrscheinlichkeit und Risiken
  • Klare Angaben zur aktuellen Studienlage ohne übertriebene Heilsversprechen
  • Nachvollziehbare Kostenaufstellung vor der Behandlung
  • Dokumentierte Qualifikation des behandelnden Arztes als Facharzt für Orthopädie oder vergleichbare Spezialisierung
  • Sterile Infrastruktur und Einhaltung von Hygienestandards

Warum unser orthopädisches Gesundheitszentrum die richtige Wahl für Ihre Stammzellentherapie ist

In unserem orthopädischen Gesundheitszentrum in Eisenstadt & Frauenkirchen stehen Sie als Patient im Mittelpunkt. Wir bieten Ihnen eine moderne und ganzheitliche Versorgung rund um die Stammzellentherapie bei Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen. Unser erfahrenes Team aus spezialisierten Orthopäden und Therapeuten begleitet Sie kompetent durch den gesamten Behandlungsprozess, von der ausführlichen Diagnostik über die individuelle Therapieplanung bis hin zur Nachsorge.

Unsere Schwerpunkte und Vorteile für Sie:

  • Einsatz von körpereigenen Stammzellen aus Knochenmark oder Blut, um die Regeneration von Knorpelgewebe und Gelenkstrukturen zu fördern
  • Minimal-invasive Behandlungsmethoden, die ambulant durchgeführt werden und eine schnelle Rückkehr in den Alltag ermöglichen. Patienten können nach der Behandlung am selben Tag nach Hause gehen
  • Persönliche Betreuung und individuelle Therapiepläne, abgestimmt auf Ihre Beschwerden, den Arthroseschweregrad und Ihre Lebenssituation
  • Umfassende Aufklärung über Chancen, Grenzen und mögliche Risiken der Stammzellentherapie
  • Integration ergänzender Maßnahmen wie Physiotherapie und Schmerzmanagement zur nachhaltigen Verbesserung Ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität
  • Bei Bedarf auch operative Knorpelersatz-Verfahren wie Spherox, Hyalofast oder NanoFX als weitere Behandlungsoption vor dem Gelenkersatz

Wir verstehen, dass die Entscheidung für eine Stammzellentherapie gut überlegt sein will. Deshalb legen wir großen Wert auf eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung und eine transparente Kommunikation. Vereinbaren Sie gerne einen Termin für eine persönliche Beratung. Wir helfen Ihnen, die beste Option für Ihre Gesundheit zu finden.

Portrait Foto von Dr. Ramin Ilbeygui
Facharzt für Orthopädie & orthopädische Chirurgie, Arzt für Allgemeinmedizin, Arzt für orthomolekulare & regenerative Medizin

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